Mein Preis des Landes NRW beim Certamen Carolinum 2018 in Aachen hat es mir ermöglicht, an dem internationalen Lateinwettbewerb Certamen Ciceronianum in Arpino teilzunehmen. Vor und nach dem Wettbewerb habe ich ebenfalls die Möglichkeit gehabt, ein paar Tage in der Geburtsstadt des berühmtesten römischen Redners Marcus Tullius Cicero in Arpino im Abruzzengebirge und in dem sagenhaften Rom zu genießen. Das ganze Treffen mit den Schülern aus allen Ländern Europas war höchst spannend, abwechslungsreich und erlebnisvoll.

Am 8. November 2017 entschied das Bundesverfassungsgericht, dass es neben „männlich“ und „weiblich“ die Möglichkeit zu einem dritten Geschlechtseintrag im Behördenregister geben müsse, und gab damit einer intersexuellen Klägerin recht. Die Frage nach der eigenen sexuellen Identität ist für den Menschen existentiell. Dies lassen die Worte „Vellem nulla forem“ (Ov. met. IX 735) – „Wäre ich doch nicht auf der Welt!“ erahnen, die der bekannte römische Dichter Ovid einer jungen Frau in den Mund legt, die nicht das sein darf, was sie ist – eine junge Frau –, sondern das sein soll, was ihr Vater wünscht – ein junger Mann.

In diesem Jahr hat diese Frage nach der sexuellen Identität das größte Interesse der Schülerinnen und Schüler aus Nordrhein-Westfalen geweckt, die sich mit Ovids Worten und einer in dem Frankfurter Allgemeine Magazin September 2018 MODE SPEZIAL veröffentlichten Karikatur Karl Lagerfelds vergleichend auseinandergesetzt haben.

Aber auch die übrigen Themen des diesjährigen Certamen Carolinum stießen auf ein so großes Interesse, dass insgesamt 77 Schülerinnen und Schüler ihre Facharbeiten beim Landesschülerwettbewerb Alte Sprachen NRW eingereicht haben. Damit machen sie sich auf den Weg nach Aachen, wo vom 21. bis 23. November 2019 das Finale des Wettbewerbs stattfinden wird. Dort werden nicht nur attraktive Geld- und Reisepreise, sondern vor allem als Hauptpreis die Aufnahme in die Studienstiftung des deutschen Volkes auf die Finalistinnen und Finalisten warten. Zum ersten Mal werden wir in Kooperation mit dem LVR-Amt für Bodenpflege im Rheinland einem bzw. einer Teilnehmenden die Möglichkeit zur Mitarbeit bei einem Ausgrabungsprojekt im Rheinland anbieten. Dieser Preis hat einen Wert von 300,-€. Wir danken dem Landschaftsverband Rheinland und den Sponsoren ganz herzlich für diese großartige Unterstützung.

Es ist uns zudem eine besondere Ehre, dass wir in diesem Jahr Frau Yvonne Gebauer, Ministerin für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, als Ehrengast begrüßen dürfen.

Bis dahin ist es aber noch ein weiter Weg. Nun werden die Facharbeiten zunächst anonymisiert korrigiert. Die Ergebnisse der Arbeiten werden Anfang Juli bekannt gegeben.

Wir freuen uns, dass der Wettbewerb auch in diesem Jahr wieder auf ein so großes Interesse gestoßen ist, und wünschen allen Teilnehmenden viel Erfolg.

A. Weber

Die Geilenkirchener Zeitung hat in ihrer Ausgabe vom 24.12.2018 über das Finale des Certamen Carolinum 2018 berichtet. Hier finden Sie den Bericht.

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Ministerpräsident Armin Laschet ehrt Preisträgerinnen und Preisträger des Certamen Carolinum 2018 in Aachen

Zur Preisverleihungsfeier des diesjährigen „Certamen Carolinum“ hatte sich am Samstag, 24.11.18, in der Aula Carolina des Kaiser-Karls-Gymnasiums hoher Besuch angesagt: Ministerpräsident Armin Laschet überreichte nach dem musikalischen Auftakt des Schulorchesters unter der Leitung von Anabel Haake und der Begrüßung durch den Schulleiter des KKG, Jürgen Bertram, persönlich die beiden Preise des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen an zwei Schülerinnen vom Heilig-Geist-Gymnasium in Würselen: Martha Birken erhielt für ihre Leistungen im Wettbewerb den Preis des Ministeriums für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen und Christina Nagy einen hochwertigen Reisepreis: sie vertritt das Bundesland als beste Schülerin der Jahrgangsstufe Q1 beim internationalen Certamen Ciceronianum in Arpino/Italien.

Meine Reise nach Italien ging am 11.07.2018 los. Das Abi war bestanden und gefeiert, nach dem Stress aufgeatmet.
Ich freute mich sehr auf die bevorstehende Reise, gerade weil sie anders war, als alles, was ich in der Schule und Zuhause kennengelernt hatte:
Kein festgelegter Tagesablauf und die eigene Entscheidung, wann es wohin gehen sollte.
Na gut, die Eckdaten waren zu beachten, aber wenn ich diese fünfte Kirche heute nicht sehen wollte, dann musste ich es auch nicht.
Genauso aufgeregt wie ich war meine gute Schulfreundin Elise, die sich mit mir aufmachte.

Ein Bericht vom ersten Certamen-Nachtreffen in Köln

Am 9. September 2018 haben sich 16 ehemalige Endrundenteilnehmerinnen und -teilnehmer des Landesschülerwettbewerbs Alte Sprachen NRW Certamen Carolinum zu einem Nachtreffen in Köln zusammengefunden. Ein solches Nachtreffen fand zum ersten Mal statt. Auf Initiative der Wettbewerbskoordination und des Vereins zur Förderung der Alten Sprachen in den Schulen e.V. wurden die vergangenen fünf Jahrgänge des renommierten Altsprachenwettbewerbs zu einer Nachmittagsveranstaltung in das für alle inzwischen teils über die gesamte Bundesrepublik verstreuten Finalistinnen und Finalisten zentral gelegene Köln eingeladen. Das Wiedersehen der einzelnen Jahrgänge gestaltete sich sehr herzlich, aber auch der jahrgangsübergreifende Kontakt ließ sich durch eine Vorstellungsrunde schnell herstellen und intensivieren.

Roma aeterna

Erster Stopp der sechstägigen Reise ist die italienische Hauptstadt. Schon aus der Luft sind die typisch südlichen Gebäude, die mit ihren luftigen Fenstern und der rötlichen Fassade so eindeutig anders als die deutschen sind, zu erkennen.

Beim Aussteigen schlägt uns eine schwüle Wärme entgegen, die trotz des guten Wetters in Deutschland ein bisschen Gewöhnung braucht.

Rom wirkt wie ein riesiges Museum: an jeder Ecke gibt es etwas zu entdecken, von antiken Inschriften, mittelalterlichen Monumenten bis zu grünen Parkanlagen.