Wann flüchten wir aus der Realität in die Fiktion? Publius Ovidius Naso gibt durch seinen Pygmalion-Mythos eine Antwort auf diese Frage. Da Pygmalion das Verhalten der Propoetiden als moralisch verwerflich ansieht, zieht dieser sich aus der Gesellschaft zurück und meidet jeglichen Kontakt zu Frauen. In seiner Einsamkeit erschafft er aus Elfenbein eine weibliche Gestalt in Perfektion, in die er sich verliebt, aber gerade nicht aus Bewunderung für deren moralische Vollkommenheit, sondern aus Fazination für die Ästhetik.
Liebe und Kunst haben die Suche nach dem Schönen gemeinsam.
26 Schülerinnen und Schüler setzten sich im Wettbewerbszweig "Antike trifft Kunst" des Certamen Carolinum 2026 mit diesem ovidischen Mythos auseinander und übersetzten diesen in ihre eigene Kunst, so dass dieser lebendig wurde. So entstanden faszinierende Skulpturen, Zeichnungen, Gemälde und Videoarbeiten, in denen immer wieder der Bezug zu unserem Umgang mit social media hergestellt wurde. Diese Arbeiten sind nun von der Jury begutachtet worden. Besonders freut es uns, mit Prof. Dr. Ulrich Heinen von der Universität Wuppertal und Maria Eleni Kanela vom Städt. Gymnasium Herzogenrath zwei herausragende neue Jurymitglieder gewonnen zu haben.
Die drei Finalistinnen und Finalisten des Wettbewerbszweigs werden im September von der Jury benannt werden.